Damen Red 6cm heel Tanzschuhe Miyoopark Meghan Markle schien zunächst alles andere als makellos. Das schlug den Royals auf den Magen. Als Prinz Harry ins gebohnerte Palais von Windsor trat und fragte, ob A – eine Amerikanerin, B – eine Schauspielerin, und C – eine Gemischtrassige genehm sei als Verlobte, überlegte die Queen. Kurz bei A und B, beim Punkt C … wer weiss.

Mit Punkt A hatte man Erfahrung: 1936 wollte King Edward VIII. die geschiedene Wallis Simpson heiraten. Vor die Wahl gestellt, zog er das leichte Leben der schweren Krone vor. Und zu Punkt B: Ach, schauspielern müssen in einer Königsfamilie doch alle! Queen Elizabeth II. hatte das blutjung vorgemacht und 1953 angeregt, ihre Krönungszeremonie vom Fernsehen übertragen zu lassen. Das katapultierte damals das neue Medium über Nacht in Dimensionen hollywoodscher Traumfabriken.

Also war nur Punkt C wirklich Neuland. Insofern als der Buckingham-Palast eine Insel darstellt auf Albions Insel. Im Königreich selber ist die Realität längst eine andere: Von allen westeuropäischen Ländern weist Grossbritannien die höchste Zahl an ethnisch gemischten Beziehungen auf. Und die Schwiegertochter in spe mit aufgehelltem Teint und geplättetem Haar… Hatte nicht neulich die britische «Vogue» geschrieben, Miss Markle entspreche dem Ideal einer ethnischen Mischung?

Die Unschuld half nach

Das Resultat dieser drei Überlegungen kann man dieses Wochenende auf allen Kanälen betrachten: «Ja», gefolgt von zweimal «Ja» des hübschen Brautpaars, Typ Pocahontas und Typ Ed Sheeran, einfach ohne Gitarre, dafür mit Rolls und Helikopter. Rachel Meghan Markle und Henry Charles Albert David of Wales, genannt Prinz Harry, geben sich Ring und Wort. Gott seis geklagt: Dianas Söhne haben jetzt alle beide im goldenen Familienkerker ihre privilegierten Ehezellen bezogen.

Sich die Sache reiflich zu überlegen, war schon richtig. Nicht wegen moralischer Bedenken – Moral ist bürgerlicher Ballast. Bei Hof regiert etwas Bedeutsameres: Etikette. Das Motto lautet: «Keep calm and carry on» – halt die Lippe steif und stelze weiter. Wozu? Kümmert niemanden. Hauptsache, die Familie ist alt und wird durch Verjüngung laufend älter. Also sind nur zwei Fragen wichtig, da man, egal ob geboren von Gottes Gnaden, den Genpool nun mal irdisch mischen muss… nein, die Frage, ob es Liebe sei, figuriert darunter nicht: Gibts einen Thronfolger, eine Thronfolgerin? Und benimmt sich jeder so, wie das festgeschrieben steht? Für England und für Kontinuität.

Man hatte es in Windsor natürlich schon klassisch versucht, bei Prinzessin Diana: Sie entstammte einem noch älteren Geschlecht als die Queen selbst, jobbte und posierte glaubwürdig als schüchterne Kindergärtnerin. Leider befeuerte der Anblick Prinz Charles nicht. Dann, «rein zufällig», schien beim Fotoshooting die Sonne durch Dianas wadenlangen Rock. Und zeichnete den Umriss ihrer Hüften ab. Diana sagte, sie habe nichts gewusst. Der Fotograf reagierte sofort, und Prinz Charles war gerührt vom Blitz.

Er war später nicht herzlos, nur konsequent, als er nach der Geburt des zweiten Sohns seine ehelichen Pflichten einstellte. Getreu einer anderen Regel der britischen Monarchie: «You need an heir and a spare»: Du brauchst einen Erben und in der Hinterhand ein zweites As.

Wird Charles übersprungen?

Das Fiasko mit Lady Di war traumatisch für alle, nicht nur für Prinz Harry, der acht Jahre alt war, als seine Eltern sich trennten, und zwölf, als Diana starb. Dianas Tragödie, leben und blühen zu wollen als Individuum, wo individuelle Entfaltung gar nicht gefragt war, trug dem Haus Windsor viel schmutzige Wäsche ein. Einen verheerenden Brand und ein düsteres Image.

Auch darum lässt das Haus jetzt wohl lichte Freuden zu, ohne Gewähr. Harry hatte oft von Gefühlen gesprochen, was man im Haus Windsor nicht tut. Nun erlaubt man ihm einen Raum fürs private Glück. Und verschafft damit im Buckingham der Unberechenbarsten Zutritt: der Liebe. Vermutlich gibt es die sogar, irgendwo da draussen, in der Wildnis des gemeinen Volkes. Dazu zählt in den Augen der Queen halt auch ein Tenniscourt wie Wimbledon; da hatten sich Meghan und Harry kennen gelernt. Irritierenderweise für Beziehungssucher in der profanen Welt – weniger für Royals, die seit Jahrhunderten via Empfehlung Leute verbandeln –, arrangiert als Blind Date durch eine PR-Dame.

Prinz Harry und Meghan Markle heiraten

Harry ist Nummer sechs auf einem allfälligen Weg zum Thron. Das entspannt die Lage für die zwei. Bruder und Schwägerin, William und Kate, luden sich das Familienkreuz auf und tragen es, inklusive Erbfolge-Troika, beinahe schon unirdisch schmerzlos zum Thron. Als gäbe es längst schon einen Konsens, Prinz Charles zu überspringen. Ihn hat das Warten melancholisch gemacht bis zum Grünstich in seiner Gesinnung, und die Architektur-Hässlichkeit Londons gab ihm den Rest.

Damen heel Tanzschuhe Red 6cm Miyoopark Mag der Tenor in den Zeitungen bisher lauten, dass sich «die Royals neu erfinden müssen» (NZZ), um ihren USP, ihren «Brand» aufzupolieren, und darum Hand böten zu einer «Liaison des 21. Jahrhunderts», so spiegelt das wohl eher das ökonomische Schubladendenken der Gegenwart als die Punkte, worum die Überlegungen eines Königshauses kreisen. Wenn der Gatte der Queen, Prinz Philip, von einer «Firma» spricht, outet er den eigenen Palast nicht als Managementklitsche, sondern drückt nur den sarkastischen Snobismus adliger Brits aus. So wie er gegenüber einem Gast, der sich wichtigmachte, quer durch Papua-Neuguinea gereist zu sein, erstaunt bemerkte: «Oh, und Sie wurden nicht mal gefressen dabei.»

Kühl wird man festgestellt haben: Prinz Harry, Darling und Sorgenkind, ist abgedrängt vom Thron. Im Grunde war er ein typischer Lad: Er soff, rauchte, ging in Nacktbars und schlug sich mit den schmierigsten Typen rum, Journalisten. Harry ist populär und insgeheim jener Rock’n’Roll-Star im Königshaus, den man besonders im Auge behalten muss.

Nun wird gesagt, mit Meghan Markle ziehe jetzt erst ein Rock’n’Roll-Star ein. In Wahrheit ist Miss Markle vom Wesen her makelloser, als Lady Di selbst als Kindergärtnerin je gewirkt hatte. Damit läuft es genau umgekehrt als das Image erweckt – und dafür hat das Königshaus viel Gespür entwickelt seit dem «annus horribilis»: Prinzessin Diana, die Unschuld, wurde leidenschaftlich, unbeherrscht. Miss Markle dagegen, die Geschiedene, die mit der verkrachten Familie, ist beherrscht. Harry wird zweifellos «ruhiger» unter ihrer Regie.

Klar, Miss Markle war bei «Deal-no-Deal» mal Nummerngirl mit Stöckelschuhen und Minirock. Dann tauchte Donald Trump als «Ehrengast» dort auf, der Wolf in Orange. Eine Reihe von Nummerngirls nahm beglückt die Visitenkarte aus seiner Hand, Meghan aber nicht. Sie achtete früh darauf, dass ihr später in der Karriere nichts zum Verhängnis werden kann.

Da ist etwas: Politik

Im Übrigen steht Royals ein Röntgenapparat zur Verfügung, um Personen ihres Umkreises zu scannen, wie ihn niemand sonst auf der Welt hat: die Yellow Presse. Da schmeisst man eine Kandidatin einfach mal rein und lehnt sich derweilen zurück auf der Chaiselongue. Bei Meghan sieht das Fazit der Durchleuchtung so aus, wie das der Produzent des amerikanischen News-Portals TMZ formulierte nach der Hatz, erschöpft, beinahe deprimiert: «Nichts.»

Doch, da ist etwas: Meghans politische Seite, ab dem Mädchenalter: Frieden, Gendergerechtigkeit, Umwelt – sie organisierte einiges und meldete sich oft zu Wort. «Politisch» ist man jedoch nicht an Britanniens Hof, kaum bringt man das Wort über die Lippen. Wartet deshalb neues Ungemach? Schlimmer noch, als wenn Miss Markle aus Langeweile schon bald die Porzellantasse aus der Hand fällt beim allabendlichen Tee?